HOPE Predigt

 
Chronik der Adventgemeinde Amberg

Im Jahr 1929 fing der junge Pastor Ganzleben an für die Siebenten-Tags-Adventisten das Wort Gottes in Amberg zu predigen. Bei seinen ersten Kontakten bei der Zeitung und den Wohnungsvermietern wurde er nach seinem Beruf gefragt und was er in Amberg wolle. Seine Antwort, dass er Prediger der Siebenten-Tags-Adventisten sei und auf die folgende Frage, wie groß denn die Gemeinde in Amberg sei, bekannte er, dass es hier noch gar keine Gemeinde gäbe. Daraufhin wurde ihm geraten, doch gleich wieder zu gehen. "Hier werden Sie kein Glück haben." Doch Br. Ganzleben ließ sich nicht entmutigen und begann seine Arbeit in den Aktien-Säälen, die inzwischen abgerissen wurden. Er hielt Vorträge, die gut besucht wurden und am 9. April 1931 konnten die ersten beiden Schwestern getauft werden. Im selben Jahr wurde Br. Ganzleben nach Nürnberg gerufen, doch die Geschwister und neugewonnenen Freunde wurden nun von Evangelisten und Kolporteuren wie Br. Merkel betreut.

Br. Merkel fand weitere fünf Seelen, so dass am 21. März 1936 die Gründungsversammlung der Adventgemeinde Amberg gefeiert werden konnte. Br. Merkel wurde bis 1940 ihr erster Gemeindeleiter. In den schweren Kriegsjahren wurde die Gemeinde durch Pastoren aus Nürnberg betreut. Erst 1945 kam Br. Koch, der infolge der Kriegswirren seine Heimat Lettland verlassen musste, als zweiter Pastor für die Adventgemeinden Amberg und die Nachbargemeinde Schwandorf nach Amberg. In diesen schweren Jahren hatte Br. Reichelsdorfer von 1940 – 1947 das Amt des Gemeindeleiters inne. Ihn löste Br. Pieper ab.

Bis 1947 versammelte sich die Gemeinde noch in den Wohnungen des Predigers und der Geschwister, dann konnte im Hinterhof des Casinos ein Gartenhaus als Versammlungsstätte angemietet werden. Nach Vorträgen, die von Pastor Koch, A.W. Müller und Edener gehalten wurden, und durch Zuwanderung aus den Ostgebieten, wuchs die Gemeinde auf 46 Mitglieder. In den Jahren 1949 – 1951 ging die Gliederzahl jedoch auf Grund von Umzug und Auswanderung auf 36 zurück.

1951 wurde Br. Flierl zum Gemeindeleiter gewählt. Im November 1954 wurde der Gemeinde der Versammlungsraum am Casino gekündigt. Von dieser Zeit an versammelte sich die Gemeinde in einem Nebenraum der Gaststätte "Am Brückl", in der Unteren Nabburger Straße. Dort herrschten auf Dauer unmögliche Zustände. So wich die Gemeinde für größere Gottesdienste in die Räume im damaligen Gewerkschaftshaus am Roßmarkt aus. Im Dezember desgleichen Jahres endete, nach 9 Jahren, die Dienstzeit von Pastor Koch, der nach Rothenburg o.d.T. versetzt wurde. Von dort kam Pastor Fuchs nach Amberg.

Weil das Gasthauszimmer nur an den Samstagvormittagsstunden zur Verfügung stand, mussten die Jugendstunden wieder in den Wohnungen gehalten werden. Dabei kam es oft zu Differenzen mit den Vermietern, die dieses auf Grund der Lautstärke nicht duldeten. Angesichts dieser Umstände, reifte der Wunsch nach einem eigenen Gemeindehaus. Nach langem Suchen wurde das Anwesen im Mariahilfbergweg 4 gefunden und am 31. Juli 1956 gekauft. Nach einem längeren Umbau konnte am 2. Juni 1957 das erste eigene Gemeindehaus eingeweiht werden. Der erste Täufling im eigenen Haus war noch im Dezember des gleichen Jahres die Frau des bauführenden Architekten.
Das Gemeindeleben war seither ausgefüllt mit Aktivitäten. Vorträge wurden jedes Jahr in den Frühjahrs- und Herbstwochen gehalten. In der Vorweihnachtszeit fanden Wohlfahrtsveranstaltungen statt, wobei bedürftige Familien aus der Stadt Amberg betreut und beschenkt wurden. Theaterstücke wurde öffentlich aufgeführt, Stücke wie z.B. "Drei Tage aus Gellerts Leben" im Dezember 1958.

Im Jahr 1960 ging die Dienstzeit von Pastor Fuchs in Amberg zu Ende. Für ihn kam Pastor Brickl. Auch in den folgenden Jahren wurden weiter öffentliche Vorträge gehalten. In den Jahren 1966 – 1968 hatte Amberg auch ein adventistisch geführtes Reformhaus.

1967 wurde Pastor Brickl vom jungen Prediger Richter abgelöst, der 1969 in Amberg zum Pastor ordiniert wurde und die Vortragsserien fortsetzte.
Für eine relativ kurze Zeit betreute Pastor Göttfert die Gemeinden im Bezirk Amberg. Im Oktober 1974 kam er von Würzburg und arbeitete hier bis zu seiner Pensionierung im Oktober 1976. Als Nachfolger übernahm Anfang 1977 Pastor Rist das Predigtamt. Unterstützt wurde er vom Kolporteure Br. Illig, der bis 1993 in Amberg und Umgebung von Haus zu Haus zog. Ein weitere Kolporteur, Br. Hofbauer, arbeitete von 1980 – 1982 ebenfalls in Amberg.

Pastor Rist ging 1982 in die Eifel und wurde von Pastor Leitl abgelöst. In seiner Zeit nahm die Gemeinde an der Nordgaumesse 1984 in Amberg mit einem Verkaufs- und Informationsstand teil. Im Herbst desgleichen Jahres wurden die drei Gemeindeleiter der Gemeinden Weiden (Br. Wildenblanck), Schwandorf (Br. König) und Amberg (Br. Dütsch) zu Gemeindeälteste eingesegnet. Inzwischen wurde eine gründliche Renovierung des Gemeindehauses nötig, die in den Jahren 1985/86 durgeführt wurde.

Seit dem Jahr 1976 wohnte von den Amberger Pastoren keiner mehr in der Stadt Amberg. Nur mit Pastor Czernotzki (1988 – 1993) wohnte noch einmal ein Pastor in der Nähe von Amberg. Unter Pastor Riedel (1994 – 2002) und Pastor Sens (2002 – 2008) wurde Amberg von Weiden aus mitbetreut und erfreute sich eines regen Zuwachses von Deutschen aus den Gebieten der ehemaligen Sowjetunion. Nach Abberufung von Pastor Sens jedoch wurde der Gemeindebezirk (Weiden, Schwandorf, Amberg) aufgelöst und Amberg blieb bis Mitte 2010 ohne Pastor bzw. Bindung an einen Gemeindebezirk. 2008 wurde Werner Dütsch, der von 1971 an Gemeindeleiter war, von Renate Hummel als Gemeindeleiterin abgelöst. 2010 folgten weitere Veränderungen mit dem jungen Prediger Alexej Seiler aus Neumarkt, der mit seinen russischen Sprachkenntnissen eine große Hilfe wurde. Bibelhauskreise in deutscher und russischer Sprach entstanden und endlich konnte auch wieder eine Taufe gefeiert werden.
Seit Sommer 2011 gehört Amberg zum Gemeindebezirk Regensburg und wird von Pastor Karsten Wilke betreut. Ganz besonders dankbar sind wir für das für 2013 geplante neue Gemeindezentrum, das auf dem alten Grundstück des Mariahilfbergweges 4 gebaut werden soll. Dieser Meilenstein soll gleichzeitig der Grundstein für einen Neuanfang der Adventgemeinde Amberg werden. Gott helfe dabei.